Wie
lange bist du schon im Kampfsportgeschehen, was war der Grund
damit anzufangen, und was hast du bisher so trainiert? Erzähl
uns doch mal ein bisschen was über deinen Werdegang...
Im Alter von 6 Jahren habe ich mit dem Ringen angefangen. Dann
ist unsere Familie umgezogen und ich bin erst zum Fußball (nicht
mein Sport) und dann beim Schwimmen gelandet, wo ich 11 Jahre
lang aktiv war. Nach dem Schwimmen habe ich einige Sachen wie
Boxen etc. ausprobiert und habe dann zu der Zeit, an der ich als
Türsteher tätig war, mit einem Kung Fu System angefangen. Nach
einiger Zeit bemerkten mein Trainingspartner und ich jedoch
Diskrepanzen zwischen dem, was wir wollten und dem, was geboten
wurde. Wir trieben dann eine Weile her, bis wir zu Beginn der
90er Jahre erst bei einem Guo Dan Inosanto und dann 5 Monate
später bei einem Sifu Larry Hartsell Seminar waren. Von dort an
hatten wir unser Kampfkunst-Zuhause gefunden, Jeet Kune Do,
Filipino Martial Arts und Grappling.
1) was hat es mit JAB Berlin auf sich? Was bedeutet es, und
wo liegt der Unterschied zu IMAG?
J.A.B. Ist der Name unserer zweiten richtigen Schule, die
wir nach 1995 aufgemacht haben. J.A.B. Steht für JKD Akademie
Berlin, ein Name, den meine Frau „erfunden“ hat :) Da unsere
Internetpräsenz und all unser öffentlicher Auftritt so auf
diesen Namen schon eine ganze Weile lief, blieb der Name damals
bei dem Zusammenschluss mit dem IMAG e.V. Berlin bestehen und
läuft seit dem so mit...
2) Wie sieht denn deine Wettkampferfahrung so aus?
1 Boxkampf , 1 gewonnendes Full-Contact Stockturnier sowie 4
Free Fights, 3 gewonnen und 1 verloren.
3) Du bist ja „certified full instructor“ von Jeet Kune Do
unter Sifu larry Hartsell und „Authorized Representative” von
Erik Paulsons Combat Submision Wrestling. Wie kams zu den beiden
Titeln?
Sifu Larry ist mein Hauptinstructor seit unserem ersten
Seminar bei ihm. Seit 1995 besuche ich ihn regelmässig zum
Training in Los Angeles und habe auch diverse Seminartouren in
USA und Europa mit ihm mitgemacht. Ausserdem hole ich ihn seit
1995 regelmässig nach Berlin zu Seminaren. Bei meinen L.A.
Aufenthalten habe ich u.a. neben Guro Dan Inosato auch
regelmässig mit Erik Palson trainiert. Durch en
Trainingszeitraum bei Beiden wurde ich von ihnen lizensiert.
4) Hast du sonstige Graduierungen?
Ich bin Blue Belt im Alliance BJJ :) Ausserdem war ich
Instructor der Jun Fan / JKD Akademie Deutschland unter Udo
Müller.
5) Du gibt’s ja ziemlich viele Seminare und warst selbst auch
als Teilnehmer schon bei vielen Kampfsportgrößen dabei. Was war
dein persönliches Highlight?
Wow, schwierige Fragen. Ich habe viele Highlights, praktisch
alle Seminare mit Larry Hartsell und Erik Paulson, Seminare mit
Igor Gracie, Dan Inosanto, Tim Tackett, diversen Alliance BJJ
Black Belts...und es gibt so viele andere wunderbare Lehrer, von
denen ich viel gelernt habe.
Von meinen Seminaren möchte ich den Nikolaus Budo Lehrgang
hervorheben, eine gute Sache für einen guten Zweck, jedes Jahr
in der Nikolaus Woche von Mike Kann in Kersbach organisiert,
treffen sich dort um die 15 Instructoren und letztes Jahr 450
Teilnehmer, die aufgerufen sind, für die Aktion „Weisser Ring“
zu spenden.
6) Wo liegt denn dein persönlicher Schwerpunkt bzw. wofür
kannst du dich momentan mehr begeistern? Grappling & Free Fight
oder JKD – und warum?
Als SV gehört meine Liebe dem JKD, weil es aufgrund der
Philosophie und der Einstellung Auswirkungen auf mein ganzes
Leben hat. Im Sport-Bereich ist natürlich der Free Fight meine
grosse Liebe. Free Fight ist für mich der ultimative Kamfsport,
die sportliche Umsetzung des JKD-Totalty Gedankens. Hier werden
nur komplette Kämpfer, die ihr Spiel immer weiter verfeinern,
über einen längeren Zeitraum bestehen. Das Training fordert den
Trainierenden genauso wie den Trainer, weil es einfach so
umfangreich und weitreichend ist.
8) Was sind für dich die Grundpfeiler eines guten Free -
Fight Trainings?
Meiner Meinung nach ist das wichtigste erst einmal die Kondtion.
Ohne eine ausreichende Kondition hat niemand was im Ring
verloren, denn dann kann die Sache gefährlich für den Kämpfer
werden, da er sich nicht mehr ausreichend verteidigen,
geschweige denn seinen Kontrahenten angreifen kann. So musste
erst kürzlich einer der Jungs aus unserem Team einen 25
minütigen Fight überstehen. Alle anderen Aspekte des Trainings
werden bei uns im Team individuell herausgearbeitet. Heutzutage
muss man in allen Lagen des Kampfes eine gute Basis haben.
Kickboxen – Clinchen – Werfen – Boden...nur dann besteht
Aussicht auf Erfolg. Unser Team trainiert 6 mal die Woche, dass
ist ein ganz schön umfangreiches Programm.
9) Euer Training und allgemein das IMAG ist ja weniger
Autoritär (sodass der Trainer bestimmt), sondern Teamlastig; wie
genau kann man sich das vorstellen und wo siehst du die Vorteile?
Unser Team trainiert zusammen, d.h. zum Beispiel wenn ein
Wettkämpfer vorbereitet wird, wird er nicht nur von mir, sondern
von jedem aus dem Team trainiert. So kann es sein, dass z.B.
jemand, der im Stand-up noch nicht so gut ist, nach dem normalen
Training mit einem anderen Teammitglied weiter an den Pratzen
oder beim Kickbox-Sparring trainiert. Auch im normalen Training
gebe ich zwar den Inhalt vor, bin aber jederzeit auf Kritik und
Vorschläge der Teammitglieder angewiesen, wenn bestimmte Dinge
noch mehr austrainiert werden sollen etc. Auf Wettkämpfen sind
meistens auch andere Teammitglieder als moralische Unterstützung
oder als Coach mit dabei, so dass alle über den Stand des
jeweiligen Kämpfers Bescheid wissen und mit zum Training
beitragen können.
10) Wie viele, die bei euch trainieren, treten denn
regelmäßig bei Wettkämpfen an?
Unser Wettkampf-Team besteht zur Zeit aus 7 männlichen und 1
weiblichen Aktiven, sowie einigen Mittrainierenden, die sich
noch nicht entschieden haben. Die müssen wir noch in den Ring „schubsen“.
11) Wie sehen die Pläne für die nächste Zeit so aus?
Tja, in den kommenden Events gut abzuschneiden, unser Team zu
verstärken, keine Verletzungen, Spass und Freude, Andreas
Stockmann ärgern... weiter planen wir nicht :)
12) Abschließende Worte?
Trainiere um zu lernen und kämpfe um zu gewinnen.
Free Fight zu trainieren, ohne auf Wettkämpfe zu gehen, ist wie
eine Fußballmannschaft, die nie in einem Spiel antritt.
Ich finde, die FFA und die anderen deutschen Promoter machen
eine gute Arbeit wenn sie weiterhin die zahlreichen guten Events
organisieren und promoten. Es müssen jedoch genug Kämpfer
nachkommen und es liegt an uns, diesen Nachwuchs für unseren
Sport zu gewinnen, wenn wir diesen Sport am Leben erhalten
wollen.

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